
Zeitung lesen im Toten Meer
Einmal im Leben treibend Zeitung lesen: Das funktioniert im Toten Meer in der Wüste Israels genau so, wie man es immer hört. Also packten wir schnell etwas zu lesen ein und los ging’s!
Durch die Wüste zum Wasser
Nachdem wir bereits in der Oase En Gedi und der Felsenfestung Masada ziemlich staubig geworden waren, war es Zeit für ein Bad. Und zwar ein Bad der besonderen Art, nämlich eines im Toten Meer, das wir bereits beim Blick über die Festungsränder Masadas in der Ferne sehen konnten. Auf dem Weg zum Strandabschnitt fuhr unser Busfahrer die Küstenstraße entlang und was wir da sahen, war erst einmal gar nicht so traumhaft. Denn das Tote Meer stirbt (so absurd das auch klingt), trocknet also aus und dadurch bricht einiges an Land ein, das nah am Gewässer liegt. Und so sahen wir erst einmal Krater, eingebrochene Parkplätze und verlassene Gebäude, aber auch Palmen… und zwar Palmenplantagen. Palmen in einer Wüstengegend mit ziemlich salzhaltigem Boden, in der Nähe eines Gewässers, dessen Name schon sagt, dass darin nicht viel Leben jenseits einiger Mikroorganismen zu finden ist? Genau da! Unser Reiseleiter erklärte in diesem Zuge, dass die Israelis einen Weg gefunden hätten, die Palmen widerstandsfähiger gegen Salz zu machen, sodass sie salzhaltigeres Wasser als üblich für Palmen aushielten.
Wirklich salzig
Dann war es aber auch endlich so weit, wir erreichen unseren Strandabschnitt und los ging’s. Auf den Weg gab es noch schnell die Warnung, wirklich nicht länger als 20 Minuten im Wasser zu bleiben und aufzupassen, dass das Wasser nicht in die Augen gerät. Also nichts wie ab zum Strand und … hinlegen? Ja, mit ein wenig wundern, denn das ist eine harte Angelegenheit, da der Sand hat eine harte Salzkruste hat. Und wo wir gerade bei einer Salzkruste sind. Die ist auch auf dem Weg ins Wasser und auf dem Grund des Gewässers, wenn man nicht an einem Abschnitt ist, der gerade geräumt wurde. In regelmäßigen Abständen werden an den beliebten Eckchen die Salzkristalle abgeräumt, damit die Besucher barfuß ins Wasser gehen und dort stehen können. Wir hatten nicht ganz so viel Glück und gingen mit Badeschlappen ins Wasser und wer umknickte, hatte schnell einen Schnitt am Fuß, denn die Salzablagerungen haben superscharfe Kanten.
Zeitung lesen beim Treiben
Soviel also zu den Background-Infos, doch was ja eigentlich jeden interessiert: Treibt man im Toten Meer wirklich einfach so und kann man dabei eine Zeitung lesen? Ja! Definitiv ja! Ich konnte es mir auch schlecht vorstellen, aber untergehen ist nicht (nicht zu verwechseln mit „ertrinken ist nicht“, das Tote Meer ist ein Gewässer und durch den hohen Salzgehalt wird es zusätzlich gefährlich, wenn nur kleine Wassermengen in die Lunge geraten). Also lag ich wie so viele andere Touris auf Bildern auch einfach auf dem Rücken im Wasser und las meine Zeitschrift. Ziemlich cool, ziemlich surreal, ziemlich entgegen jeder Erfahrung. Oder in Anlehnung an Max Herre und Cro: „Fühlt sich wie Schweben an.“
Beim Treiben wird indes auch ziemlich schnell klar, warum das Tote Meer diesen Namen hat. Kein Fisch, keine Pflanze, nicht Lebendiges, das mit bloßem Auge erkennbar ist, findet sich bei diesem kleinen Badeabstecher. Einzig ein paar Bakterien fühlen sich bei um die 30 % Salzgehalt ganz wohl, sodass es zumindest ein bisschen Leben im Toten Meer gibt.
Achtung Salzkruste
Nach der empfohlenen Zeit von maximal 20 Minuten ging es also wieder raus aus dem Wasser und unter die Dusche, denn dieses Salzwasser will man lieber nicht am Körper behalten. Sonst ist man schnell ein Touri in Salzkruste. Ähnlich wie alle Sachen, die am Strand liegen geblieben sind, denn die hatten mittlerweile eine schöne Salzpatina inkl. Schlieren. Also nehmt wirklich Sachen mit, die ruhig dreckig werden können 😉
Mit Impressionen eines wunderbaren spätnachmittäglichen Farbenspiels der Sonne auf dem Salz und Wasser verabschiedeten wir uns von diesem unglaublichen Ort und fuhren zurück nach Tel Aviv. Von hier aus fuhren wir dann am letzten Tag nach Akko, das mit seinem urigen, eher arabischen Charme und einem kleinen Action-Ausflug zu begeistern wusste.
Weitere Eindrücke von unserem Tag in der Wüste findet Ihr in der Galerie dieses Beitrags.
In diesem Sinne also vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Beitrag 🙂